Fehlende Finanzierung für tiergerechte Schweinehaltung

Bundeslandwirtschaftsminister hält an Ende des Förderprogramms fest 

Berlin, 25. März 2026: Erst letzte Woche brachte ein Beschluss des Haushaltsausschusses Hoffnung für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung. In diesem bekräftigte der Ausschuss nochmals seine Forderung, das Bundesprogramm für den Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung (BUT) fortzusetzen. PROVIEH berichtete dazu bereits im Herbst 2025 besorgt, als Alois Rainer überraschend ein Ende des BUT verkündete. 

Ein Sprecher des Agrarressorts bestätigte nun, dass der Bundeslandwirtschaftsminister weiterhin an der Entscheidung festhalten wird, das Förderprogramm in diesem Jahr auslaufen zu lassen. Anschließend seien Förderungen für Stallumbauten wieder Ländersache und müssten über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) abgewickelt werden.

Ein einheitliches Bundesprogramm für den Tierschutz fehlt

Mit dieser Entscheidung zieht sich der Bund aus der Förderung neuer tiergerechter Ställe und damit aus der Verantwortung zurück. Grund seien unter anderem vermeintlich fehlende Haushaltsgelder. Und dass, obwohl der Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung “die notwendigen Mittel für den tierwohlgerechten Stallbau“ dauerhaft zusagte. Viele Fragen zur Finanzierung bleiben nun offen. Laufende Kosten, wie ein erhöhter Arbeitsaufwand durch ein Plus an Tierschutz, werden beispielsweise nicht über die GAK abgedeckt. 

Ohne Fördermittel wird für die meisten Schweine ein Umbau in artgerechtere Ställe nicht stattfinden. Foto: AdobeStock_303902853_StL

Das einst von der vorherigen Ampelregierung ins Leben gerufene BUT beschränkte sich bisher nur auf schweinehaltende Betriebe, war aber ursprünglich für weitere Tierarten angedacht gewesen, um den vielfach geforderten Umbau der Nutztierhaltung anzuschieben und Perspektiven für umbauwillige Tierhalter:innen zu schaffen. Doch nun entfällt selbst das und den Landwirt:innen fehlt die dringend nötige finanzielle Unterstützung zur Umstellung. Für die Tiere bedeutet dies nun auch zukünftig ein Leben unter Bedingungen, die ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden. Es ist inakzeptabel, dass vielfältige Schmerzen, Leiden und Schäden weiter Fortbestand haben, obwohl sie bei einer Beibehaltung des BUT teilweise vermeidbar wären. Der Tierschutzgedanke im Grundgesetz wird somit weiterhin mit Füßen getreten und ein Tierschutz-Rollback immer deutlicher.

Unsere nachdrücklichen Forderungen nach einem schnellstmöglichen, bundesweiten Plan zur Finanzierung tiergerechter Ställe bleiben bestehen. Tierhalter:innen benötigen Transparenz und verlässliche Rahmenbedingungen, damit auch der Seitens der Bürger:innen geforderte erhöhte Tierschutz für Rind, Schwein, Huhn und Co umgesetzt werden kann. Flankierend dazu hoffen wir auf die Umsetzung eines starken Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, welches nach mehrmaliger Verschiebung Anfang 2027 endlich starten soll und weitere Transparenz und bessere Zukunftsperspektiven für eine artgerechtere Nutztierhaltung schaffen würde. 

Sophie-Madlin Langner  

Weitere Informationen: 

Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD zu „Nutztierhaltung und Tierschutz“ ab S. 40 

Aus für mehr Schweinewohl? Bundeslandwirtschatftsminister kippt wichtiges Förderpogramm | PROVIEH 

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