Starke Stimmen für den Tierschutz:

Gemeinsam auf der Straße gegen Anbindehaltung! 

Vergangenen Samstag gingen Tierschützer und Tierrechtler in Berlin auf die Straße, um ein vollständiges Verbot der Anbindehaltung und ein Ende weiteren Tierleids in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zu fordern. Vom Bebelplatz aus zogen mehrere hundert Menschen unter dem Motto „Gemeinsam für Rinder ohne Ketten! – Anbindehaltung und politisch geduldetes Tierleid beenden!“ zu einem einstündigen Protestmarsch auf. 

Im Verlauf der gut dreistündigen Veranstaltung sprachen Politiker sowie Vertreter der beteiligten Verbände ANIMALS UNITED e. V., Deutsche Tier-Lobby e. V., Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln und PROVIEH über die Missstände in der landwirtschaftlichen Tierhaltung und die notwendigen politischen Konsequenzen. 

Rinder ohne Ketten – Schluss mit politisch geduldetem Tierleid! 

In ihrer Rede für PROVIEH veranschaulichte Kathrin Kofent anhand der fiktiven Milchkühe Frieda, Leni und Rita, welche Folgen die Anbindehaltung für die betroffenen Tiere haben kann. Frieda steht stellvertretend für Rinder, die über Monate oder sogar Jahre an einem festen Platz verbringen. Leni fällt das Aufstehen zunehmend schwer, während Rita sich an einer zu kurzen Liegefläche immer wieder verletzt. 

Die Beispiele verdeutlichen die strukturellen Probleme dieser Haltungsform: Rinder können sich nicht frei bewegen und wichtige natürliche Verhaltensweisen nur eingeschränkt ausleben. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit, ihres Verhaltens und ihres Wohlbefindens. Das Problem beschränkt sich deshalb nicht auf einzelne schlecht geführte Ställe, sondern liegt auch in der Haltungsform selbst. 

Kofent brachte die grundsätzliche Kritik in ihrer Rede auf den Punkt: „Tierleid wird zugunsten der Wirtschaftlichkeit geduldet und hingenommen, obwohl wir es kennen, obwohl wir es belegen können und obwohl wir es verhindern könnten.“ 

Nicht nur Rinder betroffen: Tierschutz braucht verbindliche gesetzliche Vorgaben 

In ihrer Rede weitete Kofent den Blick auf weitere Bereiche der landwirtschaftlichen Tierhaltung aus. Für Milch- und Mastrinder ab dem siebten Lebensmonat fehlen bislang spezifische Haltungsanforderungen in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. PROVIEH fordert deshalb verbindliche Vorgaben, die den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden. 

Auch bei der Sauenhaltung spricht sich PROVIEH gegen eine weitere Verschiebung der bereits beschlossenen Umbaufristen für die Kastenstandhaltung aus. Bei Puten fehlen bislang umfassende verbindliche gesetzliche Haltungsstandards. Dringend notwendig sind tierschutzrechtlich vertretbare gesetzliche Mindestanforderungen, die sich an den Bedürfnissen der Tiere orientieren. 

Die zentrale Forderung der Demonstration ist eindeutig: Die Anbindehaltung muss schnellstmöglich, vollständig und verbindlich beendet werden – ohne weitere Vertagung und für alle Rinder. Darüber hinaus braucht es einen grundlegenden Wandel in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, damit bekannte Tierschutzprobleme nicht länger politisch hingenommen werden. 

Berlin, 13. Oktober 2026

Weitere Informationen:

Anbindehaltung beenden – Kette weg! | PROVIEH Kampagne

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