Hofbesuch bei Bio-Bauer Andreas Kopf in Bellersheim
Aktive der neuen Regionalgruppe „Gießen-Wetterau“ besuchen die Bio-Schweine in Bellersheim
Anfang des Jahres hat sich eine neue Regionalgruppe „Gießen-Wetterau“ (Hessen) mit Sitz in Hungen gegründet. Bislang haben sich fünf aktive Frauen gefunden, um den Verein PROVIEH zu unterstützen und vor allem die Ziele des Vereins auch in ihrer Region bekannt zu machen. Derzeit ist die Gruppe dabei, sich in die Themen der artgerechten „Nutztierhaltung“ einzuarbeiten. Dazu haben sie sich mehrmals theoretisch in den regelmäßigen Treffen ausgetauscht – wollen sich aber auch über die „Nutztierhaltung“ in der Praxis kundig machen: Dazu besuchte ein Teil der Gruppe den Bio-Bauern Andreas Kopf in Bellersheim (Landkreis Gießen), der dort eine Zucht von Bio-Schweinen betreibt.
Die PROVIEH-Frauen wurden dabei von Andreas Kopf und seiner Angestellten Lena Greim über Alltag und Herausforderungen in der Bio-Schweinezucht informiert, konnten alle Fragen stellen und sich einen Eindruck von der Zucht und der Tierhaltung machen, die mit Herz & Verstand und betrieben wird, wie man wohlwollend feststellen konnte.

Beim Besuch war gerade eine Tierärztin dabei, die Bio-Ferkel zu kastrieren. Dies wird unter Betäubung gemacht und soweit man sehen konnte, auch mit Einfühlungsvermögen. Die Tierärztin war gerade fertig und saß mit einem Ferkelchen „kuschelnd“ am Boden. Auf dem Bild ein Ferkel, das Jod hinterm Ohr (kein Blut!) und die Vorderbeinchen zum Schutz vor Aufscheuern bandagiert hatte.
Die Muttersauen werden in größeren Boxen mit Stroh und Frischluftabteil gehalten. Sie haben dort Platz zum Beschäftigen und werden nur einzeln in ebenfalls größeren Boxen gehalten, wenn die Ferkel frisch geboren sind. Zum Besuchszeitpunkt hatte es gerade stark geregnet, so dass der Auslauf lt. Lena Greim etwas zu matschig war.
Die Sauen, die irgendwann ihr Leben beenden müssen, werden von Andreas Kopf selbst zum Schlachter gefahren. Nur immer wenige an der Zahl und in die Region.
Der Transport der Ferkel erfolgt mit eigenen Fahrzeugen zu den angeschlossenen Mästern in der Umgebung.
Erstaunlich zu erfahren war, dass es gar nicht so viele Bio-Ferkel-Züchter gibt. Laut Andreas Kopf liegt es daran, dass der Bedarf an Bio-Fleisch nicht sehr hoch ist. Deshalb sei es für ihn nicht unproblematisch, wenn immer mehr Bio-Betriebe an den Markt gehen. Denn solange die Nachfrage nicht stiege, würden dann die Preise stark fallen. Das wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Problem für ihn.
INFOKASTEN
Bauer Kopf hat seinen früher konventionell arbeitenden Betrieb im Jahr 2016 auf die Zucht von Bio-Schweinen umgestellt. Zeitweise war der Betrieb in Bellersheim der einzige in ganz Deutschland, der Nachwuchs für die Bio-Schweinemast aufzog (Quelle: Online-Artikel der Gießener Allgemeine vom 27.02.2023, Stand: 08.092025)
Der Besuch bot allen in der Gruppe einen guten Einblick in die Zucht von Bio-Ferkeln und hat das theoretische Wissen bestens ergänzt.
Geplant ist als nächstes der Besuch einer Mutter-Kälber-Haltung im Vogelsberg und der erste Info-Stand auf einem großen Markt in Hungen. Die Regionalgruppen-Damen sind gespannt und freuen sich auf den ersten Kontakt mit der Bevölkerung, um PROVIEH bekannt zu machen und um Unterstützung zu werben.
Martina Beele-Peters
Regionalgruppenleiterin der RG Gießen-Wetterau
08.09.2025