Trotz vehementer Proteste – Bundeskabinett bestätigt fragwürdige Personalie der Bundestierschutz-Beauftragten
Berlin, 27. August 2025: Seit heute ist es amtlich. Die neue „unabhängige Tierschutzbeauftragte des Bundes“ heißt Silvia Breher. Das Bundeskabinett, bestehend aus Kanzler Friedrich Merz und den 17 Minister:innen, nahm den Vorschlag von Landwirtschaftsminister Alois Rainer an und bestätigte somit die CDU-Politikerin und Parlamentarische Staatssekretärin im BLMLEH als Nachfolgerin von Ariane Kari.
Ein zweischneidiges Schwert? Oder eine stumpfe Klinge?
Damit wird die bisherige Beauftragte Ariane Kari, dessen Amtszeit seitens Rainer nicht mehr verlängert wurde, ersetzt. Sie war vor zwei Jahren vom damaligen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir als erste Tierschutzbeauftragte eingesetzt worden und galt als große Hoffnung in Bezug auf eine übergeordnete Tierschutzinstanz. Kari ist Veterinärmedizinerin, ausgebildete Amtstierärztin sowie Fachtierärztin für Tierschutz. In ihrer Amtszeit gelang es ihr und ihrem Team eine Vielzahl von Themen vielfältig aufzugreifen. Sie ging mit Politik, Wissenschaft, Tierschützer:innen, etc. in einen offenen und ehrlichen Dialog, hinterfragte und beleuchtete zum Wohle der Nutz-, Heim- und Wildtiere zahlreiche Themen. Sie hinterlässt zahlreiche Ideen und wertvolle Stellungnahmen – aber auch eine riesige Lücke.
Demgegenüber bringt Silvia Breher weder die Parteilosigkeit noch eine entsprechende Fachausbildung mit in das Amt. Ihre CDU-Zugehörigkeit, die Nähe zur Landwirtschaft sowie eine gleichzeitige Ausübung des Amtes der Parlamentarischen Staatssekretärin sieht Minister Rainer als großen Vorteil.
Seitens PROVIEH und einem großen Bündnis anderer NGOs sowie der Oppositionsparteien wird die Personalie Breher allerdings vehement kritisiert. In offenen Briefen und zuletzt mit einer Aktion vor der SPD-Parteizentrale hatten wir gefordert, dass Ariane Kari im Amt bleiben – oder man zumindest einer unabhängigen und fachkompetenten Person das Amt übertragen müsse.
In einer Presserklärung äußert sich der Landwirtschaftsminister Rainer in Bezug auf seine Wahl: „Tierschutz ist und bleibt ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Silvia Breher verbindet Erfahrung mit Durchsetzungsfähigkeit. Wer etwas verändern will, muss auch gehört werden. Dafür ist Silvia Breher an der richtigen Position. Als engagierte und versierte Abgeordnete des Deutschen Bundestages und als Parlamentarische Staatssekretärin wird sie eine Kämpferin für den Tierschutz sein und diesen in Deutschland weiter voranbringen. Zugleich ist die Neubesetzung eine bürokratisch schlanke Lösung in Zeiten knapper Kassen. Ich möchte Ariane Kari für ihr Engagement danken. Sie hat wichtige Pionierarbeit im Tierschutzbereich geleistet.“
Diese Erklärung überzeugt uns in keinster Weise und der Schachzug, das Amt aus Pratikabilitätsgründen und ohne Gegenkandidatur zu besetzen, stimmt überaus nachdenklich.
Kathrin Kofent
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