Schock nach Karis Rauswurf
Alois Rainer will Amt der Bundestierschutzbeauftragten aus eigenen Reihen neu besetzen
Berlin, 8. August 2025:
Als Anfang der Woche die Entscheidung von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bekannt wurde, die Amtszeit der seit Sommer 2023 tätigen ersten Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz Ariane Kari nicht zu verlängern, war gemeinsam mit PROVIEH die gesamte Tierschutzszene erschüttert. Aufgrund der dreimonatigen Verlängerung des Amtes, hatten alle bis zuletzt gehofft, dass sie auch in der neuen Legislatur ihre hervorragende Arbeit weiterführen können würde. Kari hatte sich bereits in der Kürze ihrer Tätigkeit einen Namen als starke und unabhängige Stimme für den Tierschutz gemacht und hinterlässt nun eine große Lücke. Bundestierschutzbeauftragte entlassen und Amt gefährdet | PROVIEH
(Raben-)Schwarzer Kompromiss für den Tierschutz?
Während bei Verkündung des Rauswurfs von Kari noch unklar war, ob die Stelle aufgrund der leeren Haushaltskassen überhaupt nachbesetzt werden würde, schlug Alois Rainer nun eine Person aus den eigenen Reihen als Nachfolgerin für das Amt vor: die derzeitige Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Silvia Breher.
Ein Schelm der nun Böses dabei denkt. Rainer begründet diese “schwarze” Entscheidung sehr geschickt, indem er sie „bunt ausmalt“:
„Mit Silvia Breher gewinnt der Tierschutz in Deutschland eine starke Stimme auf Bundesebene. Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen. Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen. Gleichzeitig achten wir auf eine Lösung, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist – ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Silvia Breher übernimmt diese Aufgabe mit großem persönlichem Engagement, ich freue mich auch in dieser Funktion auf die enge Zusammenarbeit.“
Breher ist zweifelsohne eine versierte Politikerin, von Haus aus Juristin und aufgewachsen mit landwirtschaftlichem Hintergrund des Vaters. Sie stammt aus dem Oldenburger Münsterland – einer der niedersächsischen Hochburgen der industriellen Intensivtierhaltung. Aber sie ist auch CDU-Politikerin und kann damit nicht wie ihre Vorgängerin unabhängig und mit voller Schlagkraft agieren. Über Brehers Berufung ins Amt wird abschließend das Bundeskabinett entscheiden.
Von der Tierschutzbeauftragten zur TierNUTZbeauftragten?
Verkommt das ursprünglich hoffnungsvoll stimmende Amt somit zu einem reinen Feigenblatt oder wird Breher „im Namen des Tierschutzes“ dem Minister sogar in die Karten spielen?
Diese Frage wird sich nicht direkt beantworten lassen. PROVIEH bündelt in einem starken Verbändebündnis die Kräfte für den Tierschutz noch einmal mehr und wird dafür kämpfen, dass auch mit Breher als Bundestierschutzbeauftragte größtmögliche Verbesserungen für Rind, Schwein, Huhn und Co umgesetzt werden.
Abschließend bedanken wir uns von ganzem Herzen für den außerordentlichen Einsatz von Ariane Kari und wünschen Ihr für die Zukunft das Allerbeste.
Kathrin Kofent
08.08.2025