Amt der Bundestierschutz-Beauftragten akut in Gefahr!

Im Juni 2023 trat mit Ariane Kari die erste Tierschutzbeauftragte der Bundesregierung ihr Amt an. Diese neu geschaffene Stelle war zuvor bereits viele Jahre lang von PROVIEH und anderen Tierschutzorganisationen gefordert worden – fehlte es doch an einer unabhängigen Instanz, die als Schnittstelle zwischen Politik auf Bundes- und Länderebene, Wissenschaft und Tierschutzverbänden beratend und ideenbringend allein zum Wohle der Tiere fungierte.  

Die Tierärztin wurde auf Vorschlag des damals amtierenden Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir in ihr Amt berufen, um dem Tierschutz auf Bundesebene eine starke Stimme zu verleihen. Der Plan war, das Amt im Zuge der Novellierung des Tierschutzgesetzes rechtlich fest zu verankern. Leider kam es aufgrund der vorzeitigen Neuwahlen und des Regierungswechsels nicht mehr dazu.   

Gleichzeitig hat die neue Bundesregierung, zwecks Kosteneinsparung, die Streichung zahlreicher Beauftragter beschlossen. Im Falle der Tierschutzbeauftragten würde das noch neue und befristete Amt Ende Mai automatisch enden. Das wäre im Hinblick auf die wertvolle Arbeit, die die ehemals langjährige stellvertretende Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg mit ihrem Team bereits geleistet hat, eine Katastrophe. 

UPDATE: Über 101.400 Unterschriften für den Erhalt des Amts der Bundestierschutzbeauftragtenübergeben!

Am 21. Juli haben wir gemeinsam mit weiteren Tierschutzorganisationen vor dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in Berlin eine Petition an Prof. Dr. Haunhorst, den neuen Leiter der Abteilung für Tiergesundheit, überreicht. Über 101.400 Unterschriften tragen eine klare Botschaft: Das Amt der Bundestierschutzbeauftragten muss erhalten bleiben und gesetzlich gesichert werden!

Das Amt soll vorerst bestehen bleiben, aber die langfristige Ausgestaltung ist noch offen. Unsere Forderungen bleiben:
– Gesetzliche Verankerung
– Weiterhin Unabhängigkeit und Weisungsfreiheit
– Weiterführung der Arbeit von Dr. Kari

PROVIEH setzt sich für den Fortbestand der Tierschutzbeauftragten ein

PROVIEH forderte die neue Bundesregierung schon mehrfach nachdrücklich auf, das Amt der Bundestierschutzbeauftragten zu erhalten und dauerhaft gesetzlich zu verankern. So erfolgte am 13. Mai 2025 – gemeinsam mit Mitgliedern des “Tierschutznetzwerks Kräfte bündeln” und anderen Tierschutzorganisationen – dieser Apell:  


Offener Brandbrief der Tierschutzorganisationen

Der offene Brandbrief fordert den Erhalt des Amtes der Bundestierschutzbeauftragten zur Sicherstellung des Tierschutzes in Deutschland und wurde an maßgebliche politische Akteure auf Bundesebene versandt.


Wir hoffen, dass die Regierung, wie auch der neue Bundeslandwirtschaftsminister, den enormen Wert dieses Amtes erkennen und es fortbestehen wird. 

Kathrin Kofent 

22.07.2025

Weitere Informationen:

Tierschutz in Wahlprogrammen für die Bundestagswahl 2025 – Empfehlungen der Bundestierschutzbeauftragten –

Beitrag teilen