Internationaler Tag gegen Tiertransporte
PROVIEH fordert wirksamen Schutz für Tiere beim Transport
11. Juni 2026: Millionen Tiere leiden jährlich unter langen und belastenden Transporten quer durch Europa und darüber hinaus. Die EU überarbeitet derzeit die Tiertransportvorgaben – eine wichtige Gelegenheit, das Leid von Rindern, Schweinen, Schafen und anderen Tieren endlich wirksam zu verringern. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Tiertransporte unterstützt PROVIEH deshalb einen offenen Brief an die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH), der deutlich strengere Tierschutzstandards fordert. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einem Ende von Langstreckentransporten lebender Tiere.
Reform der EU-Vorgaben kommt nur schleppend voran
Im Dezember 2023 legte die EU-Kommission einen Entwurf zur Überarbeitung der Tiertransportverordnung vor. Die Hoffnung auf deutlich bessere Schutzmaßnahmen für die betroffenen Tiere wurde jedoch enttäuscht. So fehlt beispielsweise weiterhin ein vielfach gefordertes Verbot von Transporten in Drittstaaten.
Der Entwurf wird derzeit auch von Delegierten der WOAH bewertet. Die Konsultation läuft noch bis Juli 2026. Damit zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Reform noch bis in 2027 hineinreichen wird.
Bis dahin werden jedes Jahr weiterhin zahlreiche Tiere per LKW, Schiff und Flugzeug über teils weite Strecken transportiert. Viele von ihnen erleben dabei Angst, Stress, Erschöpfung und schmerzhafte Verletzungen. Hitze, Enge, Hygienemängel, lange Fahrzeiten und unzureichende Versorgung führen immer wieder zu erheblichem Tierleid.
Gemeinsamer Appell: Tiere vor den Risiken langer Transporte schützen
Um die Überarbeitung der Tiertransportverordnung tatsächlich im Sinne des Tierschutzes zu nutzen, wendet sich PROVIEH mit zahlreichen nationalen und internationalen Tierschutzorganisationen an Vertreter:innen der WOAH.
Der Brief macht deutlich, welchen Belastungen und Gesundheitsrisiken die Tiere während der Transporte ausgesetzt sind und fordert Verbesserungen. Dazu gehören eine deutliche Begrenzung der Transportdauer sowie die Beendigung von Langstreckentransporten. Der Brief wird am 11. Juni verschickt – passend zum Internationalen Tag gegen Tiertransporte am 14. Juni.
Beendigung qualvoller Tiertransporte
Neben strengeren rechtlichen Vorgaben gibt es bereits heute gute Möglichkeiten, Transportwege zu verkürzen oder sogar zu vermeiden. Die Stärkung regionaler Schlachthöfe sowie der Ausbau (teil-)mobiler Schlachtmethoden können dazu beitragen, Tiere vor langen Transporten zu bewahren.
Auch die Weideschlachtung bietet großes Potenzial: Tiere müssen ihre vertraute Umgebung dabei nicht verlassen und bleiben bis zuletzt in ihrer gewohnten Herde und Umgebung. Viele Transporte können gänzlich vermieden werden, indem statt lebender Tiere Schlachtkörper, Fleisch, Milchpulver und genetisches Material für die Zucht transportiert werden.
Wo Transporte nicht vermeidbar sind, sollten sie auf maximal vier Stunden begrenzt werden. Darüber hinaus braucht es wirksame Kontrollen und klare Sanktionen, damit bestehende Regelungen konsequent eingehalten werden. Die laufende Überarbeitung der EU-Tiertransportvorgaben bietet die Chance, diese notwendigen Verbesserungen endlich umzusetzen und das Leid von Millionen Tieren wirksam zu verringern.
Sophie-Madlin Langner

Gemeinsamer Brief an die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH)
Weitere Informationen:
Tiertransporte – Millionen „Nutztiere“ unterwegs (PROVIEH)
EU-Tiertransportreform stockt weiter — Fehlender Schattenbericht blockiert Fortschritt (PROVIEH)