Mobile Hühnerställe – Pros und Contras

Wenn es zu viele Hühner auf der Fläche sind

Kommerzielle Hühnerzuchten müssen mit tausenden Legehennen arbeiten und diese nach kurzer Zeit austauschen, da die Legeleistung abnimmt. Sie müssen das machen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Um den gröbsten Auswüchsen der Tierhaltung entgegen zu wirken, gibt es rechtliche oder auch selbstauferlegte Auflagen. Wer Eier aus Freiland- oder Bio-Haltung produzieren möchte, der muss Auflagen einhalten, kann jedoch mehr Geld nehmen. Alle anderen, die ebenfalls diesen besser bezahlten Status erhalten wollen, müssen ebenfalls diese Auflagen einhalten, es entsteht Chancengleichheit.

Der mobile Hühnerstall

Mobile Hühnerställe können mit geringerer Grundfläche keine 6000 Hennen beherbergen. Es wären eher einige hundert bis 2.000. Zudem kann man sie ständig versetzen. Wenn z.B. nur 300 im mobilen Hühnerstall unterkommen, dann würde ein Auslauf mit 1200 m² genügen. Das wären 30 x 40 Meter. Das sind Entfernungen, die selbst faule Legehennen gerne für ein paar Grashalme zurück legen. Jedoch müsste solch eine Fläche entsprechend zur Hühnerrasse genügend hoch eingezäunt sein. Weiterhin wäre diese Fläche nach einiger Zeit abgeweidet, der mobile Hühnerstall müsste wieder versetzt werden. Je nach Management und Anzahl der Mobilställe ergibt sich ein Mehraufwand an Arbeit. Die Eier müssen täglich von vielen verschiedenen mobilen Hühnerställen eingesammelt werden. Zudem muss regelmäßig mit dem Futter- und Wasserwagen umhergfahren werden, um die Tanks im mobilen Hühnerstall wieder zu füllen. Das ginge erst, wenn die Hühner alle im Stall sind, damit sie beim Öffnen der Weidefläche nicht fort laufen. Außerdem ist eine ausreichend große Weide vorzusehen, die mit künstlichen Strukturen und eventuell Obstbäumen strukturiert ist, die Schutz vor Greifvögeln bieten.

So ließe sich eine Hühnerhaltung mit mit Auslauf sowie kleineren Bestände realisieren. Es wird nicht alles nur vor den Hühnerklappen abgeweidet, wobei die entfernteren Stellen der ungenutzt blieben. Die Hühner kämen wirklich zu ihrem Auslauf. Durch den Versatz des Mobilstalls erneut sich diese zudem regelmäßig.

Fazit

Wenn eine Bio-Legehenne vier m² Auslauf haben muss, damit sie Bio-Eier legt, dann geht das nur mit kleinen Tierbeständen. Einige Legehennen laufen keine weiten Strecken und vor den Hühnerklappen am Stall kann sich bei Regen ein Schlammbad bilden, welches Keimen eine Grundlage bietet. 

Mobile Hühnerställe müssen neben ihrer Tiergerechtheit möglichst wirtschaftlich sein. Sie sollten sich gut warten und reinigen lässt und bei der Entnahme der Eier und dem Füllen der Vorratstanks wenig Arbeit verursachen. Am einfachsten wäre es, wenn der mobile Hühnerstall breiter als das Fahrgestell ist und mit Stelzen aufgebockt wird. Das Fahrgestell müsste den mobilen Hühnerstall lediglich mit einer Hydraulikpumpe anheben, womit die Stelzen gesenkt werden. Solange diese mit breitem Fuß stabil aufstehen (oder einmalig passende Betonplatten gelegt werden), kann das Fahrgestell frei bewegt werden. Damit braucht es das teure Fahrgestell nur einmal. Ein Kaltscharrraum unter dem Hühnerstall ist ebenfalls wünschenswert. 

Wer lieber größere Flächen einzäunt, der würde eben mehrere mobile Hühnerställe in einer Fläche an den Zaun setzen. Damit die Hühner sich nicht neu aneinander gewöhnen müssen, wären die gleichen mobilen Hühnerställe immer wieder zusammen um zu setzen. So könnten Weiden mit vielleicht 4000 m² für 1000 Legehennen mit 80 x 50 Meter in eins genutzt werden, die Kosten für Einzäunungen würden sinken. Wären die mobilen Hühnerställe zu den Kopfenden zu leeren, könnten sie längs in die Fläche rein ragen, die Hühnerklappen wären zum anderen Ende. Schmale Versorgungswege blieben möglich, wenn einfach ein Zaunabschnitt entnommen wird, um auf der Hühnerweide zu rangieren.

Um es zu erwähnen: Wenn die Hühner die Flächen zu schnell abgrasen und die mobilen Hühnerställe nicht so oft versetzt werden sollen, können die Flächen auch größer bemessen sein, solange die entfernteste Stelle nicht zu weit vom mobilen Hühnerstall entfernt liegt und eine schattige sowie schützende Stelle hat. Weiterhin darf die Fläche zum mobilen Hühnerstall nicht versumpfen. Im „kommerziellen Betrieb“ wäre eine zu schnell abgegraste Fläche jedoch der einzige Grund, den Hühnern mehr als die gesetzlich zugesicherte Fläche einzuräumen.

Es gibt bereits mobile Hühnerställe, die sehr gut funktionieren. Diese werden teils auch für die Mast eingesetzt. Sollen Bio-Eier wirklich Bio sein, dann müssen die Bestände ohnehin klein sein. Kleine Hühnerställe sind ebenfalls mit höherem Aufwand behaftet, weswegen mobile Hühnerställe dann eine echte Alternative wären.

Robert Brungert

PS: Wer den kommerziellen Hühnerhaltern nicht mehr traut und im Garten lieber eigene Hühner hält, die immer frisches Grün finden sollen, der kann sie frei laufen lassen, oder einen kleinen mobilen Hühnerstall erstehen. Wer den Hühnern eine Fläche einzäunt, der investiert entweder viel für den Zaun oder hat nur eine kleine abgeweidete und damit nackte Bodenfläche. 

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