EU-Tierwohlgesetzgebung neu denken – für Tiere, Landwirt:innen und eine zukunftsfähige Landwirtschaft
Jede Stimme zählt!
In der EU leben jedes Jahr fast 300 Millionen “Nutztiere” in Käfigen. Die Tiere haben keinen Platz, um sich zu bewegen, ihre Gliedmaßen auszustrecken oder ihr natürliches Verhalten auszuleben. Dieses System fügt ihnen nicht nur unnötiges Leid zu, sondern ist auch alles andere als zukunftsfähig. Dabei zeigt die Wissenschaft eindeutig: Eine Haltung ohne Käfige verbessert das Leben der Tiere, unterstützt die Landwirt:innen und schont unsere Umwelt. Überall in Europa gibt es bereits erfolgreiche Beispiele, die beweisen, dass der Wandel möglich ist.
Nimm jetzt an der EU-Konsultation teil und gib den Tieren deine Stimme. Schau dir auch unsere Anleitung an.
Ein Meilenstein für den Tierschutz in Europa
Die Europäische Union steht vor einer grundlegenden Reform ihrer Tierwohlvorschriften. Diese Überarbeitung kann das Leben von Milliarden Tieren in der Landwirtschaft verbessern – wenn sie konsequent, praxisnah und fair umgesetzt wird.
PROVIEH fordert, dass die EU-Tierwohlgesetzgebung endlich das Tier in den Mittelpunkt stellt – und gleichzeitig Landwirt:innen unterstützt, die auf tiergerechte und nachhaltige Haltungssysteme umstellen wollen.
Was sich an den EU-Vorschriften ändern muss
Damit Tiere in der Landwirtschaft endlich besser leben können, braucht es klare, überprüfbare Regeln und deren konsequente Umsetzung. PROVIEH fordert:
- Ausstieg aus der Käfighaltung: Käfigsysteme für Hühner, Kaninchen, Muttersauen und andere Tierarten müssen EU-weit abgeschafft werden. Sie verhindern artgemäßes Verhalten und verursachen dauerhaftes Leiden.
- Verbot schmerzhafter Eingriffe ohne Betäubung: Eingriffe wie Enthornen oder Kastration dürfen nur mit wirksamer Schmerzausschaltung durchgeführt werden – oder müssen ganz beendet werden.
- Strengere Transport- und Schlachtvorschriften: Transporte müssen kürzer, sicherer und transparenter werden. Besonders Langstreckentransporte in Drittländer dürfen nicht länger erlaubt sein.
- Verbindliche Kontrollen und Sanktionen: EU-weit einheitliche Prüfkriterien, digitale Meldesysteme und wirkungsvolle Strafen bei Verstößen sind entscheidend, damit Tierwohlvorschriften nicht nur auf dem Papier existieren.
- Messbares Tierwohl durch Outcome-Indikatoren: Statt allein Stallgrößen oder Bodenarten und -beschaffenheit vorzuschreiben, sollten künftig messbare Ergebnisse zählen – etwa Verletzungsraten, Klauengesundheit oder Verhaltensauffälligkeiten.
Diese Reformen würden ganz konkret das Leben und den Schutz von Tieren in der Landwirtschaft verbessern, die Glaubwürdigkeit der Landwirtschaft stärken und Verbraucher:innen endlich echte Wahlfreiheit bieten.
Wie Tierschutz und Wettbewerbsfähigkeit zusammenpassen
Ein hoher Tierschutzstandard darf kein Wettbewerbsnachteil sein. Damit Landwirt:innen die Umstellung auf tiergerechtere Haltungssysteme bewältigen können, braucht es politische Unterstützung und faire Marktbedingungen. PROVIEH schlägt vor:
- Gezielte Förderprogramme und Investitionshilfen, die den Umbau der Ställe und Weidesysteme ermöglichen.
- Tierwohlprämien und faire Produktpreise, die höhere Standards belohnen statt bestrafen.
- Verbindliche, verständliche Tierhaltungskennzeichnung, damit Verbraucher:innen sehen, woher ihre Produkte stammen und welche Haltungsbedingungen dahinterstehen.
- Faire Importregeln, damit Produkte aus Ländern mit geringeren Standards nicht den EU-Markt verzerren.
- Beratung, Forschung und Weiterbildung, damit Landwirt:innen beim Umbau ihrer Betriebe praxisnahe Unterstützung erhalten.
So wird Tierwohl zum Innovationsmotor – nicht zur wirtschaftlichen Belastung.
Ein Gewinn für alle: Tiere, Betriebe und Verbraucher:innen
Wenn Tierwohl, Umwelt und Wirtschaft gemeinsam gedacht werden, profitieren alle:
- Tiere leben gesünder und können ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben.
- Betriebe werden krisenfester, weil sie weniger auf Antibiotika und Hochleistungszucht angewiesen sind.
- Verbraucher:innen erhalten transparente Informationen und können bewusst „Tierwohl-Produkte“ wählen.
Tiergerechte Haltung ist kein Luxus, sondern der Schlüssel zu einer nachhaltigen, glaubwürdigen Landwirtschaft, die von der Gesellschaft getragen wird.
PROVIEH fordert:
- Ein verbindliches Enddatum für Käfigsysteme in der gesamten EU.
- Klare, messbare Tierwohl-Indikatoren in allen Haltungsformen.
- Verbindliche Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen.
- Faire Förderprogramme und Importregeln, die Tierwohl belohnen statt bestrafen.
- Ein Umdenken in Politik, Markt und Gesellschaft: Tierwohl als Grundlage einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.
Fazit
Die Reform der EU-Tierwohlgesetzgebung ist eine historische Chance – für echte Verbesserungen im Leben der Tiere und für eine Landwirtschaft mit Zukunft.
PROVIEH ruft die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten dazu auf, diese Chance zu ergreifen: Für Tiere, die endlich artgemäßer leben dürfen. Für Landwirt:innen, die faire Perspektiven brauchen. Und für eine Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt.
Deine Stimme zählt! Jetzt an der EU-Konsultation teilnehmen: