Der Handel darf Tierwohl nicht ausbremsen!

04.05.2015: Zur von PROVIEH mitkonzipierten „Initiative Tierwohl“ haben sich so viele Schweinehalter angemeldet, dass das bisher vom Handel bereitgestellte Geld nur für weniger als die Hälfte der über 25 Millionen angemeldeten Tiere reicht. Nun soll das Los entscheiden, wer die Tierwohlmaßnahmen vergütet bekommt.

PROVIEH fordert eine sofortige Aufstockung des Tierwohl-Fonds der ITW und kündigt eine entsprechende Kampagne an; denn kein Tierhalter darf auf seinen Kosten sitzenbleiben! Deshalb müssen die bisher nicht beteiligten Handelsketten wie Metro, Globus, CITTI, Famila und Teile der EDEKA zur Teilnahme an der ITW bewegt werden. Auch Unternehmen der verarbeitenden Industrie müssen stärker beteiligt werden. Aber das wird nicht für die über 25 Millionen angemeldeten Schweine reichen. Der Beitragssatz zum Fonds von jetzt vier Cent muss daher erhöht werden auf ca. sechs bis acht Cent pro Kilogramm verkauftem Schweinefleisch, bis alle gemeldeten Betriebe in vollem Umfang an der ITW teilnehmen können. „Sechs bis acht Cent pro Kilogramm Schweinefleisch sind wahrlich kein unzumutbarer Aufpreis für die Konsumenten“, meint Prof. Dr. Sievert Lorenzen, Vorsitzender von PROVIEH. „Andernfalls würde die Initiative Tierwohl als eine kosmetische Greenwashing-Maßnahme der Privatwirtschaft entlarvt, wenn über die Vergütung der Tierwohlmaßnahmen jetzt das Los entscheiden sollte. Der Vertrauensverlust bei den Tierhaltern wäre irreparabel.“

Laut Pressemeldung der ITW-Trägergesellschaft haben sich bis zum Ende der Meldefrist am 28. April 2015 mehr als 4.600 Betriebe mit über 25 Millionen Schweinen angemeldet. 83 Prozent dieser Betriebe erfüllten bereits zum frühestmöglichen Audittermin am 2. Mai 2015 die angemeldeten Tierwohlkriterien wie mehr Platz, zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial oder Raufutter. Das heißt, die Tierhalter haben sich darauf verlassen, dass sie ihre Mehrkosten vergütet bekommen, sobald die ITW am 2. Mai 2015 anläuft und haben die höheren Tierwohlstandards bereits auf ihren Betrieben bisher auf eigene Rechnung in Vorleistung umgesetzt. Die Schweinepreise sind aber so niedrig, dass dies auf Dauer einen unzumutbaren, unfairen Wettbewerbsnachteil darstellt. 

PROVIEH wird sich ab sofort öffentlich mit allen Mitteln für eine umfassende Teilnahme aller Schweinefleisch verkaufenden Unternehmen und insgesamt eine Aufstockung des Tierwohl-Bonitierungsfonds der Initiative Tierwohl einsetzen, damit die Tierhalter ein faires Entgelt für ihr Engagement bekommen. Tierschutz gibt es nicht zum Nulltarif!

Weiterführende Information finden Sie unter folgendem Link: http://initiative-tierwohl.de/wp-content/uploads/2015/01/Pressemitteilung-Initiative-Tierwohl_Grosse-Resonanz.pdf.

 

Kontakt:

Sabine Ohm, Fachreferentin für Schweinehaltung, PROVIEH. Tel.: 01525 7555 317, ohm@provieh.de 


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