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Bremen führt Veggie Day ein

Als erste deutsche Stadt führt Bremen in seinen öffentlichen Einrichtungen einen fleischfreien Donnerstag ein.

Ab sofort soll jeden Donnerstag in Bremer Kantinen, Restaurants, Kitas und Schulen auf Fleisch verzichtet werden. Die Bürgerstiftung Bremen startete diese Initiative. unterstützt durch zahlreiche Organisationen. Schirmherr ist der Senatspräsident von Bremen, Bürgermeister Jens Böhrnsen.

Auch PROVIEH und andere deutsche Nichtregierungsorganisationen fordern die deutschen Städte und europäischen Institutionen seit Monaten immer wieder auf, dem Vorbild der belgischen Stadt Gent zu folgen, in der es es seit Mai 2009 einen "Veggie Dag" gibt (wir berichteten).

Die zu Grunde liegende Berechnung für die Verminderung der Klimagase ist eindrucksvoll: Wenn die 240.000 Bürger der Stadt Gent alle einmal in der Woche gänzlich auf Fleisch und Fleischerzeugnisse (wie Wurst o.ä.) verzichten, sparen sie damit Treibhausgasemissionen (THG-e) in Höhe des Ausstoßes von 18.000 Autos im Jahr. In Bremen würden bei 550.000 Einwohnern, die 52 Tage im Jahr vegetarisch essen, THG–e eingespart, die einer jährlichen Belastung von durchschnittlich 40.000 Autos entspricht.

Natürlich geht diese Rechnung nur auf, wenn sich dieser Initiative alle Bürgerinnen und Bürger der jeweiligen Stadt anschließen - auch die, die nicht in Kantinen essen (sonst wären die Einsparungen erheblich geringer). Und es funktioniert nur, wenn die Fleischerzeuger auch reagieren, statt auf den Export auszuweichen. Es geht also bei dieser Initiative vor allem um die Signalwirkung an Politik und Wirtschaft. Durch die sinkende Nachfrage müssen mittelfristig auch die Produktion/das Angebot gesenkt werden, und zwar bei den umweltschädlichsten Produzenten. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sich die “Veggie Day”-Initiative möglichst schnell in Europa und über die ganze Welt verbreitet, wofür sich PROVIEH seit Mai 2008 tatkräftig einsetzt (vgl. dazu auch S. 42 in Heft 4/2009).

Durch ihre Kaufentscheidungen – weniger tierische Erzeugnisse, dafür lieber solche aus tier- und umweltfreundlicher Biohaltung – können Verbraucherinnen und Verbraucher dazu beitragen, dass künftig Mensch und Tier, Natur und Klima durch unsere Ernährung weniger Schaden nehmen. Das WorldWatch Institute veröffentlichte in seinem Weltlagebericht 2010 (“State of the World 2010”) ein Kapitel über den Aufstieg und Fall der Konsumgesellschaft. Darin werden Möglichkeiten und Wege zu einem Paradigmenwechsel – weg von einer konsumorientierten, hin zu einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Gesellschaft, auch in Bezug auf Ernährung – aufgezeigt.

Falls Sie mithelfen wollen, diese Botschaft in Ihrem Umkreis zu verbreiten, finden Sie hier eine übersichtliche Argumentationshilfe, warum die industrielle Intensivtierhaltung bzw. der übermäßige Konsum tierischer Erzeugnisse unökonomisch, unökologisch, ungerecht, ungesund und unethisch ist.



01.02.2010 - Sabine Ohm, Europareferentin



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