06.02.2008: Was wir schon lange wissen und auch immer wieder versuchen, in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken, wird jetzt auch von offizieller Seite bestätigt: Ökologische Freilandhaltung von Hühnern ist nicht nur für die Tiere besser sondern auch aus gesundheitlicher Sicht für den Menschen!
Laut einer Pressemitteilung der britischen ökologischen Zertifizierungsorganisation "Soil Association" vom 30. Januar 2008 belegt eine Studie der Regierung des Vereinigten Königreichs , dass Eier aus ökologischer Freilandhaltung eine viel geringere Salmonellenbelastung als die aus Käfighaltung aufweisen. Während in 23,4 % der Käfighaltungsbetriebe Salmonellen nachgewiesen wurden, waren es bei Freilandhaltungen nur 6,5 % der Betriebe und bei ökologisch gehaltenen Legehennenbetrieben nur 4,4 % - das glatte Gegenteil also von dem, was uns in den letzten Monaten und Jahren die Legehennenindustrie in Deutschland über ihre Sprachrohre AHO und LME immer wieder weismachen wollte (vgl. hierzu auch Merkblatt zu Mythen über Legehennenhaltung).
Als weiteres wichtiges Ergebnis zeigt die Studie, dass die Größe des Betriebes eine ganz wesentliche Rolle spielt: Die größeren Betriebe mit 30.000 Tieren und mehr wiesen auch eine erheblich höhere Salmonellenverbreitung auf. Dort war die Salmonellenbelastung vierfach so hoch wie der Durchschnittswert auf Betrieben von der Größe, wie sie die Soil Association im Rahmen der ökologischen Zertifizierung zulässt (500 Hühner ist der empfohlene Richtwert, unter besonderen Bedingungen und bei zusätzlichen Auflagen sind aber bis zu 2.000 Legehennen pro Betrieb erlaubt).
Ökologisch gehaltenen Hennen darf man - anders als in industriellen Käfig-Massentierhaltungsbetrieben - nicht vorbeugend Antibiotika verabreichen; durch präventive Antibiotikaverabreichung werden aber die natürlichen Abwehrkräfte der Hühner geschwächt, wodurch die Abhängigkeit von Arzneimitteln zur Bekämpfung von Krankheiten wächst und die Gefahr resistenter Bakterienstämme, die auch für den Menschen gefährlich werden könnten, steigt.
Während das in den Niederlanden ansässige, eher Agrarindustrie-geprägte "WorldPoultry.net" hierüber bereits berichtete, sucht man bei deutschen Online-Medien in diesem Sektor (AHO, LME, DBV etc.) vergeblich nach dieser für die Agrarindustrie nicht sehr schmeichelhaften Nachricht. Das wundert uns nicht, aber an die Öffentlichkeit werden wir es trotzdem bringen!
(Quelle: "Soil Association",)