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Antibiotika in der Tiermast: Jedes dritte Schnitzel ist belastet


Kiel-Heikendorf, 07.03.2005 – In ihrer neuesten Ausgabe berichtet die Zeitschrift „öko-test“ über Antibiotikarückstände und antibiotikaresistente Keime im Schweinefleisch. In dem veröffentlichten Testergebnis wiesen ein Drittel der 17 Proben Antibiotikarückstände und –resistenzen auf.

Auch wenn Vertreter der Bauernschaft wieder einmal von Panikmache sprechen, sind Antibiokokarückstände und –resistenzen schon seit langem ein Problem. Das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) warnte schon vor Jahren vor dem massiven Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion.

Das Problem ist, dass bei Erkrankung einzelner Tiere der ganze Tierbestand aus vermeintlicher „Vorsorge“ mit Antibiotika behandelt wird. Die Dosierung schwankt bei einer solchen Behandlung stark. Unterdosierungen sind wahrscheinlich und Substanzen werden zu lange eingesetzt. „Dadurch können sich Antibiotikaresistenzen ausbilden, die auch auf den Menschen übertragbar sind“, erläutert Sandra Gulla, Vorsitzende von PROVIEH- Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung.

Besonders gefährlich kann es werden, wenn in der Tiermedizin so genannte „Reserveantibiotika“ eingesetzt werden, die eigentlich für den Einsatz in der Humanmedizin gedacht sind und dort nur verwendet werden, wenn übliche Antibiotika versagen. Entwickeln sich daraus resistente Bakterien z.B. bei Salmonellen und E.coli und werden diese auf den Menschen übertragen, kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf sogar mit Todesfolge kommen.

Jedes Tier hat, genauso wie der Mensch, ein Recht auf eine Behandlung im Krankheitsfall. „Aber nur der gezielter Einsatz am Einzeltier zeigt den verantwortungsvollen Umgang der Tierhalter mit den ihnen zur Verfügung gestellten Medikamenten“, meint Sandra Gulla. „Wenn dies in industrieller Massentierhaltung nicht mehr möglich ist, kann nur eine Verringerung der Bestandsobergrenzen die Konsequenz sein. Dies dient nicht nur einer artgemäßeren Haltung der Tiere, sondern in der Folge auch dem Wohl von Verbraucherinnen und Verbrauchern.“