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Das Mangalitza-Schwein (Wollschwein) - eine urtümliche Rasse mit hohem Speckanteil

Wer sie sieht, ist verblüfft: Mangalitzas tragen auf ihrem Körper braune, lange, gekräuselte Borsten mit gelblicher Unterwolle. Weitere Kennzeichen sind die mittelgroßen und nach vorn hängenden Mangalitza-Wollschwein_Stefan-Johnigk_0326Ohren sowie eine schiefergraue Schicht, welche die Haut bedeckt. Rüsselscheibe, Augenlider, Klauen und die natürlichen Körperöffnungen sind schwarz. Der kurze Rumpf ist mit kräftigen Gliedmaßen versehen, gut bemuskelte Schultern und Schenkel ergeben nach der Mast fette Schinken.

Die Geschichte der Mangalitzas beginnt in Serbien am Ende des 18. Jahrhunderts, als aus den kraushaarigen Schweinen das "blonde Sumadia" und das "mattrußschwarze Syrmierschwein" gezüchtet wurden und aus den Kreuzungen der beiden das "schwalbenbäuchige Mangalica" entstand. Der Fleischbedarf der Monarchie brachte die Mangalitzas am Beginn des 19. Jahrhunderts nach Ungarn.

Verbreitung: Ungarn, Serbien, Kroatien, Rumänien, Schweiz, Österreich, Tschechien und Slowakei. In Deutschland gibt es nur wenige Kleinbestände und Einzeltiere, die in andere Rassen eingekreuzt werden, um "urtümliche Schweine" zu erhalten. Am seltesten ist der rotbraune Farbschlag, gefolgt von "schwalbenbäuchig" und "blond".

Die Rasse zeichnet sich durch markante Eigenschaften aus, auf die bereits der Name "Mangalica" (slawisch: in gutem Ernährungszustand befindlich, gut mästbar) hindeutet. Ihre gute Kälteverträglichkeit und Weidefähigkeit machen sie zu einer geeigneten Freilandrasse, die in Wäldern, auf sumpfigen Wiesen und Stoppelfeldern einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege leisten kann. Allerdings führten ihr hoher Fett- und Speckanteil, eine späte Zuchtreife, die geringe Fruchtbarkeit (bis zu sieben gestreifte Ferkel, bei geringer Sterblichkeit) und die langsame Entwicklung dazu, dass die Rasse immer mehr durch wirtschaftlichere Rassen verdrängt wurde. Diese anhaltende Entwicklung bedroht die Mangalitzas immer noch, so dass die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen, GEH, sie auf der Roten Liste führt.

Regina Jaeger, September 2003