Ziegen

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Das fordert PROVIEH:

  • verbindliche Richtlinien für eine artgerechte Ziegenhaltung in Deutschland
  • angemessen eingestreute Liegebereiche im Stall
  • täglich freier Weidezugang

Das sind einige unserer Gründe:

In Deutschland werden derzeit etwa 150.000 Milchziegen gehalten. Zehn Prozent davon im Ökolandbau. 36.000 Tonnen Ziegenmilch werden jährlich in Deutschland produziert. Im Vergleich mit Frankreich (536.000 Tonnen) ist unsere Ziegenmilch-Produktion jedoch gering. Aber auch bei uns steigt der Bedarf an Schnitt- und Frischkäse, Joghurt, Quark, Butter, Kefir und Feta aus Ziegenmilch. Am häufigsten trifft man hierzulande auf die Weiße Deutsche Edelziege, die aus Kreuzungen mit Schweizer Saanen- und Appenzeller Ziegen hervorgegangen ist. Ihre jährliche Milchleistung beträgt etwa 900 kg, bei einem Fettgehalt von 3,5 Prozent.

Neben der Milchproduktion werden Ziegen hauptsächlich in der Landschaftspflege eingesetzt. Neben Gräsern und Kräutern fressen sie auch mit Vorliebe Laub und nagen an Büschen und Sträuchern. So können schon 15 Mutterziegen mit Lämmern eine Fläche von fünf Hektar beweiden.

Entsprechend groß ist ihr Bewegungsdrang. Die ganzjährige Haltung von Ziegen im Stall ohne Auslauf ist nicht artgerecht. Sie benötigen Platz, um ihre Rangordnung festzulegen, auf Bäume und Felsen zu klettern und den Körper zu pflegen. In der Massentierhaltung stehen aber mehr als 500 Ziegen auf engstem Raum zusammen. In dieser qualvollen Enge sind natürliche Verhaltensweisen nicht mehr möglich. Bei anhaltendem Regen und starkem Frost brauchen Ziegen einen zugfreien und gut strukturierten Stall mit einem angemessen eingestreuten Liegebereich und genügend Platz zum Fressen. Spaltenböden und wenig Platz verursachen hingegen Gelenkentzündungen, Bein- und Klauenprobleme. Zudem würden Ammoniak und andere schädigende Gase aus den Spalten nach oben entweichen und die Schleimhaut, Augen und Atmungsorgane stark beeinträchtigen.

Langfristig fordert PROVIEH verbindliche Richtlinien für eine artgerechte Ziegenhaltung in Deutschland, deren Umsetzung von staatlicher Seite kontrolliert wird. Als Grundlage dafür eignen sich die fachlich fundierten Vorschläge und Empfehlungen der tierärztlichen Vereinigung sowie des BVET (CH). Respektvoller Umgang mit dem Tier ist das Stichwort.

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Weiterführende Informationen:

  • Alle Beiträge von PROVIEH zum Thema Ziegen

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