„Bee with me!“ - Anleitung zum Rollen von Samenbomben

08.08.2014: Samenbomben – auch Blumenbomben genannt – sind ein Instrument aus dem Guerilla Gardening. Die Aussaat der Pflanzen diente als Mittel des politischen Protests. Besonders in Städten finden sich häufig ungenutzte Grünflächen, die man mit dem Auswerfen der Samenbomben verschönern kann. Benutzt man eine Saatgutmischung, die sich als Bienenweide eignet, schafft man gleichzeitig ein Nahrungsmittelangebot für Wild- und Honigbienen. Unter Bienenweiden werden Blumen verstanden, die ein reichhaltiges Angebot an Pollen und Nektar für Bienen bieten.

Samenbomben sollten nur auf unbepflanzten Flächen ausgeworfen werden. Natürlich lassen sie sich auch in Balkonkästen oder Gärten nutzen. Auch als Geschenk eignen sich Samenbomben perfekt.

Die Herstellung ist einfach und geht schnell.

Es wird benötigt:

  • torffreie Erde
  • Lehmpulver
  • Bienenfreundliche Samenmischung mit einheimischen Pflanzen 
  • Wasser
  • Ein Gefäß als Maßeinheit (z.B. eine Tasse oder eine Schüssel)
  • ein Behälter zum Mischen (z. B. ein Eimer)
  • eine Unterlage zum Trocknen der fertigen Samenbomben (z. B. Zeitungspapier)

Mischungsverhältnis:

  • 3 Teile Lehmpulver
  • 5 Teile Erde
  • etwa 1 Teil Wasser 
  • 1 Teil Saatgut

Das Lehmpulver findet man häufig auch unter dem Begriff Tonmehl in Bastelläden oder in Tierfachgeschäften als Zubehör für Terrarien. Wird torffreie Blumenerde benutzt, leistet man gleichzeitig noch einen Beitrag zum Umweltschutz: Moore, aus denen der Torf gewonnen wird, speichern pro Quadratmeter sechsmal mehr Kohlenstoff als Wälder. Außerdem werden bei dem Torfabbau wichtige Ökosysteme zerstört.
Bei der Saatgutmischung ist dringend darauf zu achten, dass ausschließlich einheimische Bienenweiden verwendet werden. Keinesfalls dürfen invasive Arten ausgebracht werden. Eine Liste finden Sie unten unter "weiterführende Informationen".

Vorgehensweise:

Lehmpulver, Erde und Samen gut miteinander vermischen. Anschließend so viel Wasser hinzugeben, bis ein zäher Teig entsteht, der sich gut formen lässt und nicht zerbröckelt, wenn man ihn zusammendrückt. Dann können Bällchen geformt werden, die etwas kleiner sein sollten als eine Walnuss. Wenn man die Trocknung beschleunigen möchte, können natürlich auch noch kleinere Blumenbomben geformt werden. Die Samenbomben sollten allerdings nicht zu groß werden, da die Samen sonst keimen können, bevor die Bällchen ganz getrocknet sind.

Ein Teil der angerührten Mischung wird zwischen den Händen gerollt. Wird dabei etwas Druck ausgeübt, werden die Samenbomben hinterher fester und zerplatzen nicht so schnell beim Auswerfen.

Die fertig gerollten Samenbomben zum Trocken 1 – 2 Tage auf eine Unterlage legen. Liegen die Bomben zu dicht beieinander, verzögert sich die Trocknung, und sie könnten schon vorab keimen. Sobald sie komplett getrocknet sind, können sie problemlos gelagert werden.

Die Samenbomben sollten kühl und luftig aufbewahrt werden - ein Jutebeutel eignet sich beispielsweise sehr gut für die Lagerung.

Ausbringen:

Der richtige Zeitpunkt zum Auswerfen richtet sich nach der Saatgutmischung und den Angaben auf der Verpackung des Saatguts.

Die Samenbomben auf einen unbewachsenen Platz mit erdigem Untergrund werfen. Das Saatgut ist vor Tieren geschützt, da es sich zum Großteil im Inneren der Blumenbombe befindet.

Beim nächsten Regen saugen sich die getrockneten Samenbomben mit Wasser voll und beginnen bald darauf zu keimen.

Samenbomben sind eine tolle Möglichkeit, ein Nahrungsmittelangebot für Bienen zu schaffen! Und besonders Kinder lieben es, die Blumenbomben zu rollen und auszuwerfen.

Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an unsere PROVIEH Mitarbeiterin Ira Belzer unter belzer@provieh.de oder informieren Sie sich auf der Kampagnenseite von „Bee with me!“.


weiterführende Informationen:

Hier finden Sie die Liste der Bienenweide nach Jahreszeiten.

Foto: © PublicDomainPictures/ www.pixabay.de